Sternenkinder
Gut begleitet …
Kinder, die auf dem Weg zur Geburt im Mutterleib oder bei der Geburt versterben, nennen viele Menschen „Sternenkinder“ – gelegentlich auch „Schmetterlingskinder“ oder „Himmelskinder“. Ganz unabhängig aber davon, wie man es benennt. Der Verlust dieser Kinder ist für ihre Familien ein großer Einschnitt in das Leben. Die Eltern und andere, die sich auf dieses Kind gefreut haben, werden getroffen mitten in ihrer Freude, ihren Plänen und Hoffnungen. Vieles, was erwartet wurde, kommt plötzlich ganz anders. Vieles zerbricht. Oftmals ist die Trauer zunächst darum ebenso groß wie beim Verlust von Kindern, die zur Welt kommen durften. Und auch diese Kinder bleiben in vielen Familien lange präsent - sollen erinnert und betrauert werden dürfen – und ihre Familien Begleitung erfahren.
Dazu gibt es in unserer Kirchengemeinde einmal einen „Trauerort“ – die sogenannte Grabstätte „Morgenröte“ auf dem Erika-Friedhof. Dort finden diese Sternenkinder ihre letzte Ruhe.
Die Kinder aus dem Klinikum Herford und dem Mathildenhospital Herford und auf Wunsch auch Sternenkinder, deren Eltern in anderen Krankenhäusern waren, können sich dabei für zwei verschiedene Beisetzungsarten entscheiden.
Zweimal im Jahr werden die Kinder aus Klinikum und Mathilden-Hospital in einer gemeinsamen Urne beigesetzt. Die Termine sind regelmäßig der dritte Mittwoch im März und im September. Die Trauerfeier findet jeweils um 17 Uhr in der Kapelle am Erika-Friedhof statt. Die Beisetzung auf der „Morgenröte“ ist danach. Die Gräber sind gekennzeichnet mit kleinen Grabsteinen, die beschriftet sind mit dem Zeitraum, in denen die Kinder verloren wurden. Also etwas. „Sternenkinder September 2025 bis März 2ß26“.
Familien können sich aber auch für eine individuelle Beisetzung – in einem eigenen Grab – entscheiden. Diese kleinen Trauerorte können von den Familien auch individuell gestaltet werden. Die Beisetzung dort ist unabhängig davon, in welchem Monat das Kind „still“ zur Welt gekommen ist oder mit welchem Gewicht.
Beide Bestattungsarten sind kostenfrei – und können es durch eine gute Kooperation unserer Kirchengemeinde mit den Krankenhäusern und anderen Unterstützern sein.
Nicht nur die gemeinschaftlichen Beisetzungen, sondern auch die individuellen können begleitet werden. Dieses geschieht in guter Kooperation mit dem Frauenreferat des evangelischen Kirchenkreises und der katholischen Kirchengemeinde. Frauenpfarrerin Eva-Maria Schnarre und Gemeindereferent Ulrich Martinschledde übernehmen die Bestattung von der Abholung in den Krankenhäusern, die Überführung zum Friedhof und die anschließende Beisetzung. Auf die trauernden Familien sollen nicht noch zusätzliche Kosten zukommen. Eine besondere Regelung für diese „Sternenkinder“ macht dieses Vorgehen möglich. Diese Möglichkeit kann von Menschen aller Nationalitäten und aller Konfessionen und Religionen genutzt werden.
Beide Pfarrpersonen sind natürlich aber auch ansprechbar für die Gestaltung einer individuellen Trauerfeier – in der Friedhofskapelle oder direkt auf der „Morgenröte“ und stehen natürlich als Seelsorger*in zur Verfügung.
In dem Räumen unserer Kirchengemeinde – im Markusgemeindehaus/Haus der Begegnung - findet regelmäßig auch eine Selbsthilfegruppe für Eltern von Sternenkindern statt. Zwei für diese Arbeit speziell ausgebildete Trauerbegleiterinnen arbeiten mit Menschen, die Gespräche mit ebenfalls betroffenen Familien suchen – mit sehr vielfältigen Themen und verschiedene Formen (z.B. auch kreative Malen, Gestalten,…).
Zusätzlich gibt einen jährlichen Gedenkgottesdienst im Zusammenhang mit dem „Worldwide-Candel-Lightning“ Tag im Advent. Am 2. Adventssonntag findet in der Kapelle des Erika-Friredhofs jeweils um 15.30 Uhr ein solcher Gedenkgottesdienst für Sternenkinder statt. Dabei werden die Angehörigen der im vergangenen Jahr verstorbenen Sternenkinder möglichst angeschrieben und eingeladen. Aber es sind auch Menschen herzlich willkommen, deren Verlust schon vor längerer Zeit stattgefunden hat.